
All dem wird sich Herr Kühne eines Tages schlagartig bewusst – und zwar durch ein kurioses Versehen. „Bei Flugverspätung Reinkarnation“ liest Herr Kühne eines Tages in der Mittagspause auf seinem Computerbildschirm, obwohl dort eigentlich „Bei Flugverspätung Reklamation“ geschrieben steht.
Er gibt zuerst nicht viel auf seinen scheinbar harmlosen Verleser, bis er ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Nach ein paar Tagen ist Herr Kühne überzeugt, dass ihm das Universum ein Zeichen gegeben hat und ihm einen Ausweg aus seinem faden, festgefahrenen Leben in Aussicht stellt.
Herrn Kühnes zaghafte erste Versuche, das offenbare Versprechen des Universums Realität werden zu lassen, haben keinen Erfolg. Petra ist nicht bereit, eine Flugreise mit ihm zu unternehmen. Sein Chef weigert sich, ihn von einer Messe für Innendekorationsartikel in Kanada berichten zu lassen.
Durch ein Versehen wird wenige Tage später einer von Herrn Kühnes Artikeln mit einem falschen Autorenbild abgedruckt, das nicht ihn zeigt. In Herrn Kühne erwacht sofort wieder der Wunsch, seine Existenz und seinen trüben, bedrückenden Alltag hinter sich zu lassen.
Nach einem Traum, in dem der unter seinem Artikel abgebildete Unbekannte und er nach einem Handschlag die Körper tauschen, beschließt Herr Kühne, um jeden Preis mit ihm Kontakt aufzunehmen. Herr Dr. Streichert – ein angeblicher ehemaliger BND-Agent –, verspricht, ihm dabei zu helfen und arrangiert unter dem Vorwand eines Interviews ein Treffen.
Herr Kühne lässt sich krankschreiben und steigt an einem kalten Donnerstagmorgen in Herrn Dr. Streicherts alten Toyota mit gefälschten Papieren und einem kitschigen Familienfoto am Armaturenbrett. Was hieraus folgt, ist der ungewöhnlichste und turbulenteste Dezember in Herrn Kühnes Leben.
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